Welche spezifischen Herausforderungen haben sich bei der Vermittlung dieser Transaktion ergeben?
Eine Besonderheit lag in der Zusammenarbeit mit drei Gesellschaftern, die unterschiedlich ins operative Geschäft eingebunden waren. Dank klarer Rollenverteilung und eines zentralen Ansprechpartners verlief die Abstimmung reibungslos, meist per Videokonferenz aufgrund der geografischen Entfernung. Herausforderungen wie der Standort in der Eifel und das Fehlen eines internen Nachfolgers wurden durch die Bereitschaft der Verkäufer, das Geschäft übergangsweise weiterzuführen, erfolgreich gemeistert. Der Fachkräftemangel, der den Verkauf unter anderem motivierte, führte zur Wahl eines starken Käufers, der durch Employer Branding die Attraktivität für Fachkräfte steigern kann. Das ist übrigens ein immer häufiger auftretendes Motiv für Veräußerungen von kleinen mittelständischen Unternehmen.
Welche Trends beobachten Sie derzeit bei Nachfolgeregelungen im Mittelstand, insbesondere in der Umwelttechnik?
Umwelttechnikunternehmen schließen sich zunehmend größeren Gruppen an, um attraktiver für Fachkräfte zu bleiben und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Regulatorische Anforderungen wachsen, und viele Mittelständler suchen Partner, die ihnen diese Last abnehmen. Zudem herrscht Unsicherheit über die kurz- und mittelfristige Rentabilität längst notwendiger Investitionen in IT-Sicherheit und Nachhaltigkeit.
Während sich Familienunternehmen oft zurückhalten, um den kurzfristigen Cashflow nicht zu sehr zu belasten, investieren langfristig orientierte Käufer gezielt in die Umwelttechnik, denn es ist sicher, dass steigende Regulierungen und der Klimawandel die Nachfrage antreiben – offen ist nur, wann sich das in vollem Umfang monetarisiert. Ein weiterer, branchenunabhängiger Trend: Verkäufer werden jünger und geben die Verantwortung früher ab, bleiben aber oft als Geschäftsführer oder mit einer Minderheitsbeteiligung an Bord. Käufer fokussieren sich zunehmend auf nachhaltige Unternehmen, insbesondere in der Wasser- und Abwasseraufbereitung, die international an Bedeutung gewinnt.
Wie unterscheidet sich der Verkauf an einen strategischen Investor von anderen Nachfolgelösungen?
Ein strategischer Investor bringt oft Synergien und Strukturen mit, was größere Veränderungen, aber auch einen höheren Kaufpreis bedeuten kann. Ein Management-Buy-out (MBO) bietet mehr Kontinuität, scheitert aber häufig an der Finanzierung oder am fehlenden Interesse der Mitarbeiter am Unternehmertum. Ein Management-Buy-in (MBI) ist zwar eine Alternative, doch Standortpräferenzen, fehlendes technisches Know-how und restriktive Kreditvergaben erschweren solche Übernahmen. Da ein MBO/MBI oft keine grundlegenden Herausforderungen löst, war für WBH ein strategischer Käufer die naheliegendste Wahl.